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Welche Regendecke ist wirklich wasserdicht?

Quick answer

Eine Regendecke gilt bei MHS Pferdesport erst dann als wirklich wasserdicht, wenn sie eine geprüfte Wassersäule von mindestens 2.000 bis 3.000 mm aufweist, verschweißte oder nahtlose Rückennähte hat und aus dichtem Polyester wie 600D oder 1680D gefertigt ist. Genau diese drei Werte prüfe ich bei jeder Decke in unserem Sortiment, bevor ich sie als regentauglich einstufe.

Harry's Horse Regendecke Xtreme 1680D 200grHarry's Horse Regendecke Xtreme 1680D 200gr

Auf fast jeder Decke im Stall steht irgendwo "wasserdicht". Das Wort allein sagt aber nichts darüber aus, wie viel Regen der Stoff wirklich abhält, bevor er durchnässt. Ich bekomme diese Frage bei uns im Laden ständig gestellt, meist von Kunden, deren Pferd trotz "wasserdichter" Decke morgens mit nassem Rücken aus dem Offenstall kommt.

Das Problem liegt selten am Pferd oder am Wetter, sondern an der Decke selbst: an einer zu niedrigen Wassersäule, an offenen Nähten am Rücken oder an einer Beschichtung, die nach ein paar Wäschen ihre Wirkung verliert. Wer diese drei Punkte kennt, kann eine Decke im Regal oder im Onlineshop viel besser einschätzen als anhand des Werbetexts allein.

Ich zeige hier, welche Kennzahlen bei einer Regendecke wirklich zählen, worauf ich bei Nähten und Verschlüssen achte und welches Modell aus unserem Sortiment zu welchem Einsatzzweck passt, egal ob dein Pferd ständig im Offenstall steht oder nur gelegentlich einen Schauer abbekommt.

  • Die Wassersäule in Millimetern bestimmt, wie viel Regen eine Decke abhält, während die Denier-Zahl nur die Reißfestigkeit gegen Scheuern beschreibt, nicht die Wasserdichtheit selbst.
  • Eine nahtlose Rückenkonstruktion verhindert Stichlöcher an der anfälligsten Stelle jeder Regendecke, unabhängig davon, wie hoch die Wassersäule angegeben ist.
  • Die passende Decke richtet sich nach dem Einsatzort: robustes Material für den Offenstall mit viel Scheuern, Halsschutz bei Dauerregen, leichte Ausführung ohne Füllung für die Übergangszeit.
  • Regelmäßiges Waschen bei niedriger Temperatur und vollständiges Trocknen vor dem Einlagern erhalten die Imprägnierung, während offene Risse die Wasserdichtheit unabhängig vom mm-Wert aufheben.
  • Eine Membran macht wasserdicht und atmungsaktiv gleichzeitig möglich, sodass Schweiß nach außen entweicht, ohne dass Regen von außen eindringt.

Was macht eine Regendecke tatsächlich wasserdicht?

Die Wassersäule in Millimetern ist die entscheidende Kennzahl bei jeder Regendecke. Sie gibt an, wie viel Wasserdruck das Obermaterial aushält, bevor Feuchtigkeit durch den Stoff dringt, üblicherweise gemessen über 24 Stunden pro Quadratmeter.

Bei der HKM Regendecke Mini 600D liegt dieser Wert bei 3.000 mm in 24 Stunden pro Quadratmeter, das ist ein solider Wert für Pferde, die auch bei Dauerregen ungeschützt draußen stehen.

Neben der Wassersäule steht oft eine Denier-Zahl auf dem Etikett, etwa 600D, 1200D oder 1680D. Dieser Wert beschreibt das Deniergewicht des Obermaterials, also die Fadenstärke, und damit vor allem die Reißfestigkeit gegen Scheuern, nicht direkt die Wasserdichtheit.

Eine hohe Denier-Zahl wie bei der Harry's Horse Regendecke Xtreme 1680D 200gr macht den Stoff zusätzlich robuster gegen Scheuern an Zaun oder Unterstand, das ersetzt aber keine wasserdichte Beschichtung, sondern ergänzt sie. Beide Werte gehören zusammen betrachtet: die Wassersäule sagt, wie viel Regen abgehalten wird, die Denier-Zahl, wie lange der Stoff das mechanisch mitmacht.

Wassersäule verstehen: Was die mm-Werte in der Praxis bedeuten

Wassersäule Schutzniveau Typischer Einsatz
Unter 1.500 mm Leichter Nieselschutz Nicht für Dauerregen geeignet
1.500 bis 2.000 mm Wasserabweisend bei normalem Regen An Grenzen bei starkem Dauerregen
2.000 bis 3.000 mm Zuverlässig wasserdicht bei Dauerregen Bereich der HKM Regendecke Mini 600D mit 3.000 mm
Über 3.000 mm Für extreme Dauernässe ausgelegt Exponierte Offenstallhaltung

Worauf muss ich bei Nähten und Verschlüssen achten?

Die Rückennaht ist bei jeder Regendecke die größte Schwachstelle, weil das Wasser genau dort entlangläuft und sich an dieser Stelle sammelt. Selbst eine hohe Wassersäule nützt wenig, wenn an der Naht Stichlöcher offenliegen, durch die Feuchtigkeit ins Innenfutter zieht.

Eine nahtlose Rückenkonstruktion löst dieses Problem, wie sie die Regendecke Thor 200gr mit Hals bietet. Ohne Naht am Rücken gibt es dort keine Stichlöcher, durch die Wasser eindringen kann, das ist gerade bei Dauerregen ein klarer Vorteil gegenüber genähten Modellen.

Auch die Verschlüsse an der Decke entscheiden mit, ob sie bei Wind dicht bleibt. Doppelte Verschlüsse an der Brust, kombiniert mit zusätzlichem Klettverschluss, halten die Decke straff am Körper. So öffnet sich bei Böen keine Lücke, durch die Regen unter die Decke ziehen kann.

Eingearbeitete Gehfalten spielen dabei ebenfalls eine Rolle, wie sie die HKM Regendecke Mini 600D besitzt. Sie geben dem Pferd Bewegungsfreiheit in den Schultern, ohne dass sich der Stoff dort spannt. Gespannter Stoff an den Schultern ist eine häufige Ursache für undichte Stellen, weil er die Beschichtung mit der Zeit überdehnt.

Regendecke Thor 200gr mit HalsRegendecke Thor 200gr mit Hals

Welche Regendecke passt zu meinem Einsatzzweck?

Welche Regendecke sich eignet, hängt vor allem davon ab, wie viel Kontakt dein Pferd mit Zaun, Unterstand oder Artgenossen hat und wie kalt die Nächte sind. Für den Offenstall mit viel Scheuern am Zaun oder Unterstand ist die Harry's Horse Regendecke Xtreme 1680D 200gr meine erste Wahl, das robuste 1680D-Polyester hält dem Alltag im Offenstall stand, und die 200-Gramm-Füllung sorgt an kühleren Tagen für zusätzliche Wärme.

Steht ein Pferd viel im Regen und braucht zusätzlichen Schutz am Hals, passt die Regendecke Thor 200gr mit Hals besser: fester Halsausschnitt und Polyesterfutter halten auch den Übergang zum Kopf trocken.

Für die milde, regnerische Übergangszeit reicht oft eine leichtere Lösung. Die RASMUS 600D REGENDECKE kommt ohne Füllung aus, bietet aber Widerristschutz und Kreuzbegurtung, ideal wenn es nur ums Trockenhalten geht, nicht ums Wärmen.

Hat dein Pferd empfindliche Schultern oder neigt zu Scheuerstellen, lohnt sich die Regendecke mit Softshellkragen 1200D. Der gepolsterte Kragen schont die Haut am Übergang zum Hals, während der 100-Gramm-Widerristschutz die Wirbelsäule zusätzlich abpolstert.

Wie pflege ich eine Regendecke, damit sie wasserdicht bleibt?

Die Waschtemperatur entscheidet mit darüber, ob eine Regendecke ihre wasserdichte Beschichtung behält. Ich wasche Regendecken immer bei niedriger Temperatur laut Pflegeetikett, denn zu heißes Wasser oder Weichspüler greifen die Beschichtung an und lösen sie mit der Zeit ab.

Nach mehreren Wäschen lässt die Imprägnierung spürbar nach. Das erkennt man daran, dass Wasser nicht mehr in Tropfen abperlt, sondern in den Stoff einzieht und die Oberfläche dunkel färbt, statt daran abzulaufen.

Kleine Risse im Obermaterial flicke ich sofort, bevor sie größer werden. Jede offene Stelle hebt die Wasserdichtheit der ganzen Decke auf, egal wie hoch die Wassersäule technisch angegeben ist, denn Wasser sucht sich genau diesen schwächsten Punkt.

Vor dem Einlagern im Sommer muss die Decke komplett trocken sein. Feucht verpackter Stoff schadet der Beschichtung und den Nähten auf Dauer, und im schlechtesten Fall bildet sich Stockflecken, die den Stoff zusätzlich schwächen. Wer diese vier Punkte beachtet, verlängert die Lebensdauer der Imprägnierung deutlich über eine einzelne Saison hinaus.

Wasserdicht und atmungsaktiv: geht das gleichzeitig?

Wasserdicht und atmungsaktiv schließen sich bei einer Regendecke nicht aus, beide Eigenschaften stecken in derselben Membran. Diese lässt Wasserdampf von innen nach außen entweichen, blockiert aber Wassertropfen von außen.

Die HKM Regendecke Mini 600D ist genau deshalb als wasserdicht, wasserabweisend und atmungsaktiv zugleich ausgewiesen. Das verhindert, dass sich Schweiß unter der Decke staut, wenn sich das Pferd auf der Weide bewegt.

Fehlt diese Atmungsaktivität, bleibt Feuchtigkeit von innen unter dem Stoff gefangen. Das Fell wird dann nass, obwohl die Außenseite der Decke völlig trocken bleibt, und das Pferd fühlt sich klamm und unangenehm an, ganz ohne dass ein Tropfen Regen von außen eingedrungen ist.

Eine gute Passform unterstützt den Luftaustausch zusätzlich. Liegt die Decke nicht flach und stramm am Fell auf, sondern hat an Schulter und Rücken etwas Spielraum, kann Luft zirkulieren und Feuchtigkeit entweichen, statt sich an einer Stelle zu stauen.

Regendecken im Vergleich: Material, Füllung und Einsatz

Modell Obermaterial Füllung Besonderheit
Harry's Horse Regendecke Xtreme 1680D 200gr 1680D-Polyester 200 g Für scheuerintensive Offenstallhaltung ausgelegt
Regendecke Thor 200gr mit Hals Polyester mit Polyesterfutter 200 g Nahtloser Rücken, fester Halsausschnitt für zusätzlichen Schutz
HKM Regendecke Mini 600D 600D-Polyester Keine (Weidedecke ohne Wärmefüllung) Gehfalten und Beinschnüre für Bewegungsfreiheit
Regendecke mit Softshellkragen 1200D 1200D-Polyester 100 g Widerristschutz Gepolsterter Softshellkragen für zusätzlichen Tragekomfort
RASMUS 600D REGENDECKE 600D Ripstop-Polyester 0 g Kreuzbegurtung und abnehmbare Beingurte für leichten Einsatz

Welche Decke passt zu meinem Pferd, das jeden Tag draußen steht?

Steht dein Pferd täglich ungeschützt im Regen, ohne Unterstand oder mit wenig Rückzugsmöglichkeit, wähle ich eine Decke mit geprüfter Wassersäule ab 3.000 mm und robustem Obermaterial wie die HKM Regendecke Mini 600D. Hat dein Pferd dagegen einen Unterstand zur Verfügung und braucht nur gelegentlich Schutz bei Schauern, reicht eine leichtere Variante wie die RASMUS 600D REGENDECKE mit 0 g Füllung völlig aus.

Die Bedingung, die diese Wahl kippt, ist der Zugang zu Schutz: ein Pferd mit Unterstand steht selten so lange im strömenden Regen wie eines auf offener Weide. Prüf also zuerst, wie viel Zeit dein Pferd tatsächlich ungeschützt draußen verbringt, bevor du dich für eine Wassersäule entscheidest.

Am Ende zählt weniger die Denier-Zahl auf dem Etikett als das Zusammenspiel aus Wassersäule, nahtloser Rückenkonstruktion und einer Passform, die an Schulter und Rücken nicht spannt. Miss dein Pferd erst richtig aus, dann vergleiche die Wassersäule der infrage kommenden Decken, so triffst du die Entscheidung in der richtigen Reihenfolge.

Bevor du eine Regendecke kaufst oder eine vorhandene für die nächste Regensaison prüfst, geh diese Punkte durch:

  • Wassersäule der Decke prüfen: mindestens 2.000 mm für regelmäßigen Regeneinsatz
  • Rückennaht kontrollieren: nahtlose oder verschweißte Konstruktion bevorzugen
  • Denier-Zahl des Obermaterials an die Umgebung anpassen (600D bis 1680D je nach Scheuerbelastung)
  • Verschlüsse prüfen: doppelter Brustverschluss und Klettverschluss für sicheren Sitz bei Wind
  • Nach jeder Wäsche die Imprägnierung testen, indem Wasser auf die Decke gegossen wird und abperlen sollte
  • Decke vor dem Einlagern vollständig trocknen lassen, um Beschichtung und Nähte zu schonen
Wie messe ich, welche Deckengröße ich für mein Pferd brauche?

Die Deckengröße misst du von der Mitte der Brust über die Schulter bis zum äußersten Punkt der Kruppe, in einer geraden Linie entlang des Körpers. Miss das Pferd auf ebenem Boden, im Stehen, mit einem weichen Maßband statt einem starren Zollstock. Notiere den Wert in Zentimetern und vergleiche ihn mit der Größentabelle des jeweiligen Herstellers, da die Passform von Marke zu Marke leicht abweicht.

Kann ich eine Regendecke auch als reine Weidedecke ohne Fütterung nutzen?

Ja, eine Regendecke ohne oder mit sehr geringer Füllung eignet sich problemlos als reine Weidedecke für milde Temperaturen. Achte in dem Fall vor allem auf die Wassersäule und die Verschlüsse, nicht auf die Gramm-Füllung, denn ohne Fütterung fehlt der wärmende Effekt komplett. Bei Frost oder starkem Wind reicht eine ungefütterte Decke allein meist nicht aus, dann braucht dein Pferd zusätzlich eine Unterdecke oder ein dichteres Winterfell.

Was tue ich, wenn meine Regendecke trotz hoher Wassersäule durchnässt?

Prüfe zuerst die Nähte und Verschlüsse, denn eine hohe Wassersäule im Stoff nützt nichts, wenn Wasser an einer anderen Stelle eindringt. Häufige Ursachen sind aufgeplatzte Nähte an Rücken oder Beinschlaufen, ein durchgescheuerter Klettverschluss oder ein Riss, der beim Anlegen übersehen wird. Prüfe zusätzlich, ob die Decke richtig sitzt, denn eine zu lockere Passform lässt Regen von der Seite unter den Stoff ziehen, selbst wenn das Material selbst völlig dicht ist.

Wie oft sollte ich die Imprägnierung einer Regendecke auffrischen?

Eine grobe Faustregel ist, die Imprägnierung nach etwa 15 bis 20 Wäschen zu testen und bei Bedarf mit einem passenden Imprägnierspray aufzufrischen. Gieße dazu etwas Wasser auf die trockene Decke, perlt es sofort ab, ist die Beschichtung noch intakt. Zieht das Wasser dagegen sichtbar in den Stoff ein, ist es Zeit für eine neue Imprägnierung, unabhängig davon, wie viele Wäschen tatsächlich vergangen sind.

Sind Beingurte bei einer Regendecke notwendig oder optional?

Beingurte sind bei den meisten Regendecken optional, aber sinnvoll für Pferde, die viel im Offenstall stehen oder sich gerne wälzen. Sie verhindern, dass die Decke bei Bewegung verrutscht und dabei eine Lücke am Bauch entsteht, durch die Regen eindringen kann. Bei ruhigeren Pferden auf kleineren Flächen reicht oft die Kreuzbegurtung allein, um die Decke sicher an Ort und Stelle zu halten.

Rick

Written by

Rick

Rick ist Inhaber von MHS Ruitersport. Mit MiniHorseShop hilft er Reitern und Pferdehaltern dabei, die passende Ausrüstung für Minipferde, Shetlandponys und Großpferde zu finden. In seinen Artikeln teilt er praktische Tipps zur Pferdehaltung, zu Reitsportprodukten und zur Auswahl der richtigen Ausrüstung für Pferd und Reiter.

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